In den nächsten drei bis vier Jahren werden in zukünftig 13 Einzel- und Verbundprojekten unterschiedliche Phänomenbereiche des Antisemitismus in Deutschland untersucht und darauf aufbauend Präventionsmaßnahmen erarbeitet. Im Fokus stehen die Auswirkungen von Antisemitismus in verschiedenen Lebensbereichen, darunter am Arbeitsplatz, in Hochschulen, der offenen Kinder- und Jugendarbeit sowie in digitalen Medien. Einen besonderen Schwerpunkt bildet in dieser Förderlaufzeit die Erforschung der Folgen des 7. Oktober 2023 – sowohl für Jüdinnen und Juden als auch für Akteur:innen der Bildungsarbeit. Weitere Projekte fragen nach Bedingungen und Herausforderungen gelingender Prävention und entwickeln unterschiedliche Formate der Vermittlung.
Begleitet wird die Förderrichtlinie auch in dieser Laufzeit vom „Forschungsnetzwerk Antisemitismus im 21. Jahrhundert“ (Fona21). Aufbauend auf den Erfahrungen der ersten Förderrichtlinie wird das Netzwerk weiter ausgebaut und die Vernetzung im Themenfeld systematisch gestärkt. Neben den jährlich stattfindenden Sommerakademien werden Erkenntnisse aus den Projekten der ersten und der aktuellen Förderrichtlinie im Rahmen themenspezifischer Fachtage einer Fachöffentlichkeit zugänglich gemacht.
In Zusammenarbeit mit den parallel geförderten Begleitvorhaben der Extremismus- und Radikalisierungsforschung werden zudem phänomenübergreifende Aspekte aufgegriffen und in geeigneten Formaten behandelt. So wird unter anderem gemeinsam mit dem „Wissensnetzwerk Rassismusforschung“ im Rahmen eines jährlich ausgeschriebenen, dreimonatigen Fellowships das Verhältnis von Antisemitismus und Rassismus untersucht und in gemeinsamen Veranstaltungen diskutiert.
Die Förderrichtlinie schafft damit einen zentralen Rahmen für die vertiefte wissenschaftliche Analyse aktueller Entwicklungen sowie für den Transfer der gewonnenen Erkenntnisse in Praxis, Prävention und gesellschaftliche Debatten. Wir laden Sie ein, die Arbeit der Projekte und des Netzwerks in den kommenden Jahren zu begleiten und die vielfältigen Angebote wahrzunehmen.