FonA21-Sommerakademie

FonA21, MMZ
TU Berlin

  • 07.-08. Sep. 26
Vierte Sommerakademie in Kooperation mit dem Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien

7./8. September 2026
Ort: TU Berlin, Marchstraße 23, 10587 Berlin


Jüdische Lebenswelten in Deutschland

Im Zentrum der diesjährigen Sommerakademie steht die Auseinandersetzung mit den heterogenen jüdischen Lebenswelten in Deutschland, die im öffentlichen Diskurs häufig als homogene Gruppe wahrgenommen werden. Wir möchten diese Vielfalt sichtbar machen, differenzierte Perspektiven vermitteln und vereinfachende Zuschreibungen kritisch hinterfragen. So werden unter anderem (post-)migrantische Lebensrealitäten – insbesondere der zweiten und dritten Generation von Jüdinnen und Juden mit postsowjetischer Migrationserfahrung –, unterschiedliche Bezüge zu Israel, jüdische Perspektiven auf Antisemitismus sowie Ansätze von Dialog- und Begegnungsarbeit in einer pluralen Gesellschaft thematisiert werden.

Die Sommerakademie richtet sich an Vertreter:innen aus Politik und Verwaltung, Fachkräfte aus Prävention und Antidiskriminierungsarbeit, Akteur:innen aus schulischer und außerschulischer Bildung, Praktiker:innen der politischen Bildung und Dialogarbeit sowie an eine interessierte Fachöffentlichkeit. Durch die Verbindung von wissenschaftlichen Analysen und praxisorientierten Formaten wie Vorträgen, Panels und Workshops soll der Wissenstransfer gestärkt, der Austausch zwischen unterschiedlichen Akteur:innen gefördert und Impulse für Bildungsarbeit, Prävention und politische Praxis entwickelt werden


Unter anderem enthält unsere diesjährige Sommerakademie folgende Inhalte: 

Vorträge

Olaf Glöckner
Einführung: Zwischen Aufbruch und Bedrohung. Jüdische Lebenswelten in Deutschland

Prof. Dr. Friederike Lorenz-Sinai und Marina Chernivsky
Zur Rede vom “Sicherheitsgefühl”. Erfahrungswelten und Deutungen von Jüdinnen:Juden zum Thema Sicherheit nach dem 7. Oktober 

Dr. Dani Kranz
Das unheilige Land? Israelische Migration nach Deutschland seit 1948 

Dr. Darja Klingenberg
Sind Juden in Deutschland weiß? Herausforderungen einer rassismuskritischen Diskussion jüdischer Migrant*innen aus Regionen des östlichen Europas 

Workshops und Vertiefungsseminare (Es finden je 4 Workshops parallel statt.)

Workshopphase I:

  • Mitarbeitende von Meet a Jew
    Miteinander statt übereinander. Das Begegnungsprojekt „Meet a Jew“ in Praxis und Reflexion
  • Dr.-Ing. Katrin Keßler
    Sichtbar unsichtbar? Synagogen und jüdische Bauten in Geschichte und Gegenwart
  • Anke Kalkbrenner und Susanne Voigt
    Zwischen Krise und Kritik. Präventive Bildung zu verkürzter Kapitalismuskritik und Antisemitismus 

Workshopphase II:

  • Dr. Christine Chiriac
    Jüdische Lebenswelten im Schulbuch. Ein Workshop rund um Beispiele aus den Fächern evangelische und katholische Religion sowie Ethik
  • Dr. Martin Liepach
    Die Arbeit der Deutsch-Israelischen Schulbuchkommission
  • Uwe Leonhardt
    Mit Filmen jüdisches Leben in Deutschland entdecken. Filme als Medium gegen Antisemitismus 
  • Jan-Hinrich Wagner
    Diskursräume öffnen. Das Bildungsprogramm des NIF nach dem 7. Oktober

Workshopphase III:

  • Dr. Karen Körber
    Antisemitismus, Alltag und Agency. Jüdisches Leben zwischen gestern und heute 
  • Julia Kleinschmidt
    Visible Voices. Jüdische Erzählungen in der schulischen und außerschulischen Bildung
  • Dr. Juliane Niklas
    Mehr als Kontakt. Begegnung als Lern- und Dialogprozess 

Spotlights zu jüdischer Bildungsarbeit 

Nitzan Menagem/Ido Porat: Zwischen Tradition und Zukunft. Jüdische Jugend- und Bildungsarbeit am Beispiel von Hashomer Hatzair

Alice Reitz: Zusammen 1 – Jugendarbeit und interkulturelle Begegnung im Sport

Rebecca Rose Mitzner: Jüdische Bildungsarbeit als solidarische Praxis – JEWLIF

Myriam Halberstam: Der Ariella Verlag

Alisa Gadas: Dagesh on Tour – Bildungsprogramm zu jüdischer Gegenwartskunst

Themen der Podien

Ein „neues Judentum“ in Deutschland? Migration, Transformation, Konflikte und Vielfalt seit den 1990er Jahren
mit Dr. Darja Klingenberg, Marat Schlafstein, Rabbiner Elias Dray, Rabbinerin Dr. Ulrike Offenberg und Shai Hoffmann

Generation Zukunft. Jüdische Visionen von Gesellschaft, Kunst und Partizipation
mit Alexandra Farkas Bandl, Dr. David Kowalski, Monty Ott, Dr. Nora Pester und Dr. Lea Wohl von Haselberg

Moderation: Adina Stern und Dr. Olaf Glöckner 


Die Teilnahme an der Sommerakademie wird als Bildungsurlaub anerkannt. Das detaillierte Programm wird in den nächsten Wochen bekanntgegeben. Eine Anmeldung ist bereits jetzt möglich.

Zeit:                     07./08. September 2026
Ort:                      TU Berlin
Teilnahmebeitrag:  30 €

Anmeldung bis 23. August 2026 unter: https://events.tu-berlin.de/de/events/019e63ea-de76-7214-b79c-f191ed50bc1a