7./8. September 2026
Ort: TU Berlin, Marchstraße 23, 10587 Berlin
Jüdische Lebenswelten in Deutschland
Im Zentrum der diesjährigen Sommerakademie steht die Auseinandersetzung mit den heterogenen jüdischen Lebenswelten in Deutschland, die im öffentlichen Diskurs häufig als homogene Gruppe wahrgenommen werden. Wir möchten diese Vielfalt sichtbar machen, differenzierte Perspektiven vermitteln und vereinfachende Zuschreibungen kritisch hinterfragen. So werden unter anderem (post-)migrantische Lebensrealitäten – insbesondere der zweiten und dritten Generation von Jüdinnen und Juden mit postsowjetischer Migrationserfahrung –, unterschiedliche Bezüge zu Israel, jüdische Perspektiven auf Antisemitismus sowie Ansätze von Dialog- und Begegnungsarbeit in einer pluralen Gesellschaft thematisiert werden.
Die Sommerakademie richtet sich an Vertreter:innen aus Politik und Verwaltung, Fachkräfte aus Prävention und Antidiskriminierungsarbeit, Akteur:innen aus schulischer und außerschulischer Bildung, Praktiker:innen der politischen Bildung und Dialogarbeit sowie an eine interessierte Fachöffentlichkeit. Durch die Verbindung von wissenschaftlichen Analysen und praxisorientierten Formaten wie Vorträgen, Panels und Workshops soll der Wissenstransfer gestärkt, der Austausch zwischen unterschiedlichen Akteur:innen gefördert und Impulse für Bildungsarbeit, Prävention und politische Praxis entwickelt werden
Unter anderem enthält unsere diesjährige Sommerakademie folgende Inhalte:
Vorträge
Olaf Glöckner
Einführung: Zwischen Aufbruch und Bedrohung. Jüdische Lebenswelten in Deutschland
Prof. Dr. Friederike Lorenz-Sinai und Marina Chernivsky
Zur Rede vom “Sicherheitsgefühl”. Erfahrungswelten und Deutungen von Jüdinnen:Juden zum Thema Sicherheit nach dem 7. Oktober
Dr. Dani Kranz
Das unheilige Land? Israelische Migration nach Deutschland seit 1948
Dr. Darja Klingenberg
Sind Juden in Deutschland weiß? Herausforderungen einer rassismuskritischen Diskussion jüdischer Migrant*innen aus Regionen des östlichen Europas
Workshops und Vertiefungsseminare (Es finden je 4 Workshops parallel statt.)
Workshopphase I:
- Mitarbeitende von Meet a Jew
Miteinander statt übereinander. Das Begegnungsprojekt „Meet a Jew“ in Praxis und Reflexion - Dr.-Ing. Katrin Keßler
Sichtbar unsichtbar? Synagogen und jüdische Bauten in Geschichte und Gegenwart - Anke Kalkbrenner und Susanne Voigt
Zwischen Krise und Kritik. Präventive Bildung zu verkürzter Kapitalismuskritik und Antisemitismus
Workshopphase II:
- Dr. Christine Chiriac
Jüdische Lebenswelten im Schulbuch. Ein Workshop rund um Beispiele aus den Fächern evangelische und katholische Religion sowie Ethik - Dr. Martin Liepach
Die Arbeit der Deutsch-Israelischen Schulbuchkommission - Uwe Leonhardt
Mit Filmen jüdisches Leben in Deutschland entdecken. Filme als Medium gegen Antisemitismus - Jan-Hinrich Wagner
Diskursräume öffnen. Das Bildungsprogramm des NIF nach dem 7. Oktober
Workshopphase III:
- Dr. Karen Körber
Antisemitismus, Alltag und Agency. Jüdisches Leben zwischen gestern und heute - Julia Kleinschmidt
Visible Voices. Jüdische Erzählungen in der schulischen und außerschulischen Bildung - Dr. Juliane Niklas
Mehr als Kontakt. Begegnung als Lern- und Dialogprozess
Spotlights zu jüdischer Bildungsarbeit
Nitzan Menagem/Ido Porat: Zwischen Tradition und Zukunft. Jüdische Jugend- und Bildungsarbeit am Beispiel von Hashomer Hatzair
Alice Reitz: Zusammen 1 – Jugendarbeit und interkulturelle Begegnung im Sport
Rebecca Rose Mitzner: Jüdische Bildungsarbeit als solidarische Praxis – JEWLIF
Myriam Halberstam: Der Ariella Verlag
Alisa Gadas: Dagesh on Tour – Bildungsprogramm zu jüdischer Gegenwartskunst
Themen der Podien
Ein „neues Judentum“ in Deutschland? Migration, Transformation, Konflikte und Vielfalt seit den 1990er Jahren
mit Dr. Darja Klingenberg, Marat Schlafstein, Rabbiner Elias Dray, Rabbinerin Dr. Ulrike Offenberg und Shai Hoffmann
Generation Zukunft. Jüdische Visionen von Gesellschaft, Kunst und Partizipation
mit Alexandra Farkas Bandl, Dr. David Kowalski, Monty Ott, Dr. Nora Pester und Dr. Lea Wohl von Haselberg
Moderation: Adina Stern und Dr. Olaf Glöckner
Die Teilnahme an der Sommerakademie wird als Bildungsurlaub anerkannt. Das detaillierte Programm wird in den nächsten Wochen bekanntgegeben. Eine Anmeldung ist bereits jetzt möglich.
Zeit: 07./08. September 2026
Ort: TU Berlin
Teilnahmebeitrag: 30 €
Anmeldung bis 23. August 2026 unter: https://events.tu-berlin.de/de/events/019e63ea-de76-7214-b79c-f191ed50bc1a