Über uns
Forschungsnetzwerk Antisemitismus im 21. Jahrhundert
Das Forschungsnetzwerk Antisemitismus im 21. Jahrhundert (FonA21) wurde im Rahmen des Förderprogramms „Aktuelle Dynamiken und Herausforderungen des Antisemitismus“ des Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Ende 2021gegründet. Es begleitete in der ersten Förderphase zehn Verbundprojekte, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven und Fragestellungen mit den Ursachen, Hintergründen und Erscheinungsformen des gegenwärtigen Antisemitismus in Deutschland befassen.
Mit Beginn der zweiten Förderphase, die nunmehr durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) verantwortet wird, wird FonA21 als Begleitvorhaben fortgeführt und zugleich um 13 neue Einzel- und Verbundprojekte erweitert. Damit wächst FonA21 zu einem noch größeren, zunehmend auch international ausgerichteten Verbund, der Forschung, Praxis und Zivilgesellschaft enger miteinander verknüpft und neue Perspektiven auf Antisemitismus und die Antisemitismusprävention eröffnet.
Auf dieser Webseite finden Sie aktuelle Informationen zu den Projekten, Aktivitäten und Ergebnissen des Netzwerks. Weitere Einblicke in die neu aufgenommenen Projekte werden in Kürze ergänzt.
FonA21 ist am Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin angesiedelt.
Die Aufgaben des Begleitvorhabens sind vielschichtig: Einerseits macht es Forschungsprozesse und Ergebnisse der Forschungsverbünde für die Praxis der Zivilgesellschaft bestmöglich nutzbar und andererseits bringt es die am FonA21 beteiligten Forschungsverbünde und ihre verschiedenen wissenschaftlichen Ansätze in einen konstruktiven Austausch.
Den Kern der Begleitmaßnahmen und Beratungsangebote von FonA21 bildet die Sicherstellung der gesellschaftlichen Verankerung des in den Forschungsverbünden generierten Wissens sowie der Austausch zwischen Wissenschaft und gesellschaftlichen Akteur:innen. Dazu gehört zunächst die Politikberatung: Bundesweit vermittelt das Forschungsnetzwerk Expert:innengespräche mit Abgeordneten des Deutschen Bundestags und der Länderparlamente sowie mit Antisemitismus- und Integrationsbeauftragen der Länder und des Bundes, der Generalstaatsanwaltschaften und der Polizei.
Auch die Fortbildung von Behörden, staatlichen Institutionen und öffentlichen Einrichtungen ist ein zentrales Anliegen von FonA21. Wir richten uns an Fachkräfte, Entscheidungsträger:innen und Multiplikator:innen aus Polizei, Verfassungsschutz, Verwaltung, Justiz (Richter- und Staatsanwaltschaften) sowie aus Gedenkstätten, Museen und Kulturinstitutionen, die Interesse an aktuellen Erkenntnissen der Antisemitismusforschung haben oder einen entsprechenden Qualifizierungsbedarf sehen.
Mit praxisorientierten Workshops, interdisziplinären Fachtagungen und unserer jährlich stattfindenden Sommerakademie schaffen wir strukturierte Räume für fachliche Vertiefung, Wissenstransfer und institutionenübergreifenden Austausch.
Die zweite Kernaufgabe des Forschungsnetzwerks ist der Aufbau einer Infrastruktur für einen intensiven wissenschaftlichen Austausch zwischen den Mitgliedern der teilnehmenden Verbundprojekte. Gemeinsame Konferenzen und digital unterstützte Austauschformate fördern den wissenschaftlichen Diskurs und die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Aus der Zusammenarbeit mit den Verbundprojekten, Praxispartnern und dem BMFTR werden strategische Konzepte für eine inhaltlich aus den Impulsen der Forschungsverbünde gespeiste, interdisziplinäre und damit quantitative wie qualitative Ansätze integrierende Beobachtung des Antisemitismus als gesamtgesellschaftliches Problem entwickelt.
FonA21 kooperiert darüber hinaus mit den parallel geförderten Begleitvorhaben im Themenfeld der Radikalisierungs- und Extremismusforschung zu Rassismus, Islamismus und Rechtsextremismus. Im regelmäßigen Austausch werden phänomenübergreifende Forschungsfelder generiert und mit gemeinsamen Veranstaltungsformaten diskutiert und ggf. Handlungsempfehlungen entwickelt.
Das Forschungsnetzwerk Antisemitismus im 21. Jahrhundert ist über die Förderlinie hinaus mit unterschiedlichen Akteuren vernetzt.
ALAVA - Arthur Langerman Archiv für die Erforschung des visuellen Antisemitismus
CoRE-NRW - Connecting Research on Extremism in North Rhine-Westphalia
Decoding Antisemitism - Forschungsprojekt zu Online Hate Speech/Imagery (bis 2024)
DHM - Deutsches Historisches Museum Berlin (Sammlung Wolfgang Haney) (bis 2025)
DP-R/EX - Datenportal der Rassismus- und Rechtsextremismusforschung
Erfahrungsaustausch Rechtsextremismus des Dezernats Bildung, Integration, Kultur, Sport und Gleichstellung des Deutschen Städtetages
FGZ - Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt
KIgA - Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus
InRa - Institution und Rassismus - Studie (FGZ)
Meet a Jew - Meet a Jew - Nice to meet Jew!
MMZ - Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien (Praxispartner Begleitvorhaben)
MOTRA - Monitoringsystem und Transferplattform Radikalisierung
RADIS - Forschung zum radikalen Islam in Deutschland und Europa
Sammlung Haney - Forschungsprojekt Der Sammler und seine Dinge (bis 2025)
WinRa - Wissensnetzwerk Rassismusforschung
Wi-Rex - Wissensnetzwerk Rechtsextremismusforschung
Zentralrat der Juden in Deutschland - Jüdische Akademie und Bildungsabteilung
Wissenschaftlicher Beirat der Förderlinie
Die erste Förderphase „Aktuelle Dynamiken und Herausforderungen des Antisemitismus“ wurde von einem wissenschaftlichen Beirat begleitet.
Prof. Dr. Sabine Achour, Freie Universität Berlin/Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft
Prof. Dr. Frank Bajohr, Institut für Zeitgeschichte München/Zentrum für Holocaust-Studien
Dr. Regina Fritz, Universität Bern/Historisches Institut
Prof. Dr. Andrea Löw, Institut für Zeitgeschichte München/Zentrum für Holocaust-Studien
PD Dr. Jan Weyand, FAU Erlangen-Nürnberg/Institut für Soziologie
Prof. Dr. Christian Wiese, Goethe-Universität Frankfurt am Main/Evangelische Theologie, Martin-Buber-Professur
Prof. Dr. Eva-Maria Ziege, Universität Bayreuth/Kulturwissenschaftliche Fakultät
Zum BMBF-Rahmenprogramm: Gesellschaft verstehen - Zukunft gestalten
Zur Ausschreibung der Förderrichtlinie: Aktuelle Dynamiken und Herausforderungen des Antisemitismus (2021-2025)
Zur Ausschreibung der Förderrichtlinie: Ursachen und Dynamiken des aktuellen Antisemitismus (2026-2030)
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08.-09. Juni 26
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25. Juni 26
09:00 - 18:00Fachtag
Verflechtungen von Antisemitismus und Rassismus. Rassifizierungsprozesse jenseits der „color line“
WinRa und FonA21 | TU Berlin -
07.-08. Sept. 26
Sommerakademie
FonA21-Sommerakademie
FonA21, MMZ | TU Berlin
Publikationen
Politikum 4/2024
Ausgabe zum Schwerpunkt Antisemitismus
mit Beiträgen von Mitgliedern des Forschungsnetzwerks Antisemitismus im 21. Jahrhundert, darunter Prof. Larisa Buhin-Krenek, PD Dr. Philipp Graf, Dr. Sara Han, Prof. Dr. Ursula Hennigfeld, Dr. Sarah Jadwiga Jahn, Prof. Linda Juang, Ph.D., Justine Kohl, Agata Maria Kraj, Jannis Niedick, Prof. Özen Odağ, Prof. Dr. phil. Armin Pfahl-Traughber, Prof. Dr. Schüler-Springorum und Dr. Matthias Springborn
herausgegeben von Prof. Dr. Sabine Achour, Dr. Monika Schärtl und Adina Stern
Kontakt
Forschungsnetzwerk Antisemitismus im 21. Jahrhundert
Technische Universität Berlin
Prof. Dr. Stefanie Schüler-Springorum
Zentrum für Antisemitismusforschung / Technische Universität Berlin
Dr. Monika Schärtl
Adina Stern