Aktuelle Projekte

Projekte der Förderrichtlinie "Ursachen und Dynamiken des aktuellen Antisemitismus" (2026-2030)

Im Dezember 2024 wurde durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt erneut eine Förderrichtlinie zu Forschung und Entwicklung von Präventionsmaßnahmen gegen Antisemitismus veröffentlicht. Im Frühjahr 2026 wurden 13 Einzel- und Verbundvorhaben bewilligt, die sich in unterschiedlichen Disziplinen mit verschiedenen Aspekten des Antisemitismus und dessen Folgen befassen. Begleitet werden die Projekte auch in dieser Förderphase durch das Forschungsnetzwerk Antisemitismus im 21. Jahrhundert (FoNA21).

Antisemitismus am Arbeitsplatz (A³)
Das gesamtgesellschaftliche Problem des Antisemitismus macht auch vor dem Arbeitsplatz nicht Halt. Das partizipative Forschungsprojekt kombiniert Interviews, Experience Sampling und Interventionsansätze, um Erfahrungen mit Antisemitismus am Arbeitsplatz zu verstehen und sichtbar zu machen.
Antisemitismus in der (p)ostmigrantischen Gesellschaft (AntOstMig)
Das Projekt AntOstMig untersucht Erfahrungen, Thematisierungsweisen und Formationen von Antisemitismus in jüdischen und nicht jüdischen russisch- und ukrainischsprachigen migrantischen Milieus in Deutschland.
Antisemitismus unter Studierenden an deutschen Universitäten (AnSU)
Das Forschungsprojekt Antisemitismus unter Studierenden an Deutschen Universitäten (AnSU) untersucht auf Initiative der Universität Leipzig empirisch die Verbreitung, Funktion und Wirksamkeit antisemitischer Ressentiments unter Studierenden an deutschen Hochschulen.
Antisemitismus in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit (ASJA)
Das Projekt ermittelt Unterstützungsbedarfe von Fachkräften der Offenen Kinder- und Jugendarbeit zur Prävention und pädagogischen Bearbeitung aktueller Erscheinungsformen des Antisemitismus. Auf deren Basis werden passgenaue Fortbildungsangebote entwickelt, erprobt und wirkungsorientiert evaluiert.
Anerkennende Weltzuwendung und Antisemitismus (AWA)
Im Zentrum des Forschungsvorhabens steht die Konkretisierung und Prüfung des sowohl theoretisch als auch in der quantitativen Sozialforschung bisher kaum näher untersuchten Zusammenhangs zwischen identifizierenden und damit verkürzenden Zuwendungen zu Welt (und Selbst) einerseits und des Antisemitismus bzw. einer antisemitischen und/oder autoritären Weltsicht andererseits.
Dialogräume als Orte des Szenischen Erinnerns (DIALOGOS)
Das Projekt befasst sich mit Antisemitismuserfahrungen und dem Szenischen Erinnern der Shoah in professionell geleiteten Dialogräumen, wie Safer Spaces, Beratung, Therapie und Prävention und entwickelt Orientierungen für Reflexionsangebote und Supervision im Kontext antisemitismussensibler Professionalisierung psychosozialer Fachkräfte.
Decoding Antisemitism in YouTube Videos (DAYVid)
Das Projekt entwickelt eine multimethodische Herangehensweise an YouTube-Videos und analysiert vier Phänomenbereiche des Antisemitismus auf der Plattform (rechte, linke, islamistische sowie Infotainment Inhalte). Im Anschluss werden zwei Transferformate entwickelt und in drei Bundesländern erprobt.
Israelbezogener Antisemitismus als didaktische Herausforderung an Gedenkstätten und Erinnerungsorten (IANSGE)
In dem Verbundprojekt werden die Herausforderungen im Umgang mit israelbezogenem Antisemitismus in KZ-Gedenkstätten und NS-Erinnerungsorten untersucht. Dazu werden in bundesweit acht Orten Leitungen und Mitarbeitende befragt. Ein besonderes Augenmerk wird auf didaktische Fragestellungen gelegt.
Dynamiken, Erscheinungsformen und Folgen des Antisemitismus im Hochschulkontext aus Sicht jüdischer Studierender (JuStud)
Mit dem Projekt sollen Dynamiken, Erscheinungsformen und Folgen des Antisemitismus an deutschen Hochschulen aus Sicht jüdischer Studierender erforscht und die gewonnenen Erkenntnisse in Empfehlungen für hochschulische Handlungsstrategien übersetzt werden.
Präventionsorientierte Analyse Antisemitischer Kriminalität (PAAK)
Das Projekt untersucht antisemitische Straftaten in Deutschland von 2022–2025, um empirische Grundlagen für sekundäre und tertiäre Prävention zu schaffen. Anhand staatsanwaltschaftlicher Akten, Präventionsfallakten und Interviews mit Inhaftierten werden Tätertypen und Risikokonstellationen analysiert, um zielgruppenspezifische Präventionsansätze zu entwickeln.
Jüdische Re-Aktionen auf Antisemitismus in Bildungsinstitutionen (REACT)
Das interdisziplinäre Verbundvorhaben untersucht die Reaktionen von Jüdinnen und Juden als Betroffene von Antisemitismus sowie die Bedingungen und Einschränkungen ihrer Partizipation in Bildungsinstitutionen, mit dem Ziel, Antisemitismus in institutionellen Bildungskontexten entgegenzuwirken und jüdische Teilhabe zu fördern.
Hiding in plain sight: Sichtbare Architektur und unsichere Juden (SYN-safe)
Das Projekt nimmt die für die Sicherheit von Synagogen relevanten Aspekte in den Blick – die Architektur, das Sicherheitsempfinden der Gemeinde und den Objektschutz durch die Polizei. Ziel ist die Stärkung der Sicherheit auf mehreren Ebenen durch bessere Abstimmung, mehr Wissen und Verständnis.
Unlearning Antisemitism (Un_An_MMZ)
Im Projekt entsteht eine neue Interviewsammlung zum DDR- und Gegenwartsjudentum, ein multimedialer Werkzeugkoffer und ein Handbuch für Fachdidaktik und Lehrer:innen. Als empirische Grundlage wird der Einsatz von videografierten Interviews in der Demokratieerziehung und Fachdidaktik an ausgewählten Hochschulen in der Bundesrepublik untersucht.