PAAK – Präventionsorientierte Analyse Antisemitischer Kriminalität

Projektbeschreibung

Antisemitische Straftaten und Angriffe haben nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel im Oktober 2023 in Deutschland sprunghaft zugenommen. Eine empirische Wissensbasis für die Erklärung und damit Prävention von antisemitischen Straftaten fehlt bisher, insbesondere für die sekundäre (gefährdete Gruppen) und für die tertiäre Prävention. Das Verbundvorhaben PAAK zielt vor diesem Hintergrund auf die Gewinnung belastbarer empirischer Ergebnisse zu antisemitischen Straftaten und Täter:innen in den Jahren 2022 bis 2025 und daraus resultierende Handlungsempfehlungen für zielgruppenspezifischen Präventionsmaßnahmen.

TP: Erscheinungsformen, Konstellationen und situative Bedingungen antisemitischer Straftaten im Zeitverlauf

Das Teilvorhaben der Ruhr-Universität Bochum untersucht unterschiedliche Erscheinungsformen von antisemitischen Straftaten, deren situative Bedingungen und damit zusammenhängende Charakteristika von Täter:innen. Für die empirische Analyse werden prozessproduzierte Daten von Polizei und Justiz, zivilgesellschaftliche Sammlungen und Viktimisierungsbefragungen aufbereitet und statistisch ausgewertet. Ziel der empirischen Analyse ist die Identifikation von unterschiedlichen Tattypen und damit zusammenhängenden Charakteristika von Täter:innen als Grundlage für die Entwicklung von Handlungsempfehlungen für die situative und sekundäre Prävention antisemitischer Kriminalität. Die Ergebnisse sollen gemeinsam mit dem Verbundpartner von der TU Berlin im Rahmen von Workshops mit Präventionsexpert:innen, zivilgesellschaftlichen und staatlichen Akteur:innen diskutiert, auf wissenschaftlichen und praxisnahen Fachtagungen präsentiert und in einschlägigen Fachzeitschriften publiziert werden.

Ziel des Teilvorhabens der Technischen Universität Berlin ist die Analyse der Bedingungsfaktoren für individuelles deliktisches Verhalten im Phänomenbereich antisemitischer Kriminalität. Hierzu sollen die soziodemographischen Hintergründe und biographischen Entwicklungsverläufe von antisemitischen Straftäter:innen in Triangulation unterschiedlicher Datenquellen staatsanwaltschaftliche Ermittlungsakten,  Fallakten aus der tertiären Präventionsarbeit sowie biographische Interviews mit inhaftierten Straftäter:innen – empirisch untersucht werden. Ziel der empirischen Analyse ist dabei, verschiedene Tätertypen und Konstellationen von Risikofaktoren zu identifizieren. Auf dieser Basis sollen Ansatzpunkte für sekundär- und tertiärpräventive Maßnahmen identifiziert werden. Das Teilvorhaben verfolgt einen multimethodischen Ansatz, bei dem qualitative Methoden aus der Biographieforschung mit quantitativ ausgerichteten Aktenanalysen kombiniert werden. Die Ergebnisse sollen im Rahmen von Workshops mit Akteur:innen aus der Extremismusprävention sowie durch Präsentationen auf einschlägigen Fachtagen intensiv mit der Präventionspraxis rückgekoppelt werden.

  • Prof. Dr. Cornelia Weins (Ruhr-Universität Bochum)
  • Valentin Fuchs (Ruhr-Universität Bochum)
  • Sandra Hiersemann (Ruhr-Universität Bochum)
  • Dr. Robert Pelzer (TU Berlin)
  • Tobias Weidmann (TU Berlin)

Kontakt

Prof. Dr. Cornelia Weins

Projektleitung
Ruhr-Universität Bochum/Fakultät für Sozialwissenschaft
Universitätsstrasse 150
44801 Bochum
Deutschland

Dr. Robert Pelzer

Projektleitung
TU Berlin, Zentrum Technik und Gesellschaft
Kaiserin-Augusta-Allee 104-106
10553 Berlin
Deutschland