IANSGE – Israelbezogener Antisemitismus als didaktische Herausforderung an Gedenkstätten und Erinnerungsorten
Projektbeschreibung
Seit dem Massaker, das die Hamas und andere palästinensische Gruppierungen am 7. Oktober 2023 in Israel ausübten und dem darauffolgenden Krieg in Gaza lässt sich ein rasanter Anstieg von Antisemitismus konstatieren. Zunehmend sind davon auch KZ-Gedenkstätten und NS-Erinnerungsorte betroffen.Gleichzeitig haben die Diskurse über die Situation in Israel/Palästina eine hohe Polarisierung erfahren, in der die deutsche Erinnerungskultur insgesamt in Frage gestellt wird.
In dem Projekt, das die Touro University Berlin in Zusammenarbeit mit der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz durchführt, werden diese Zusammenhänge aus Perspektive von Gedenkstättenleitungen und Mitarbeitenden beleuchtet. Ein Schwerpunkt wird dabei auf die didaktische Arbeit an diesen Orten und die spezifischen Herausforderungen, die sich hier ergeben können, gelegt. Ziel ist es, gemeinsam mit Praxispartner:innen aus den Gedenkstätten und der antisemitismuskritischen Bildungsarbeit eine Sensibilisierung für den Umgang mit israelbezogenem Antisemitismus zu erreichen. Als Praxispartner:innen sind das Anne Frank Zentrum e.V., die Gedenkstätte Bergen-Belsen und die Gedenkstätte Buchenwald beteiligt.
Der 7. Oktober 2023 als Wende in der Erinnerungskultur?
Wissenschaftliche Studie zu israelbezogenem Antisemitismus an deutschen Gedenkstätten
Dieses Teilprojekt fokussiert auf die wissenschaftliche Untersuchung von israelbezogenem Antisemitismus in KZ-Gedenkstätten und NS-Erinnerungsorten. Neben der Erhebung und Auswertung von Interviews organisiert die Touro University eine wissenschaftliche Tagung und legt zum Projektende eine Fachpublikation vor.
Im Rahmen des Projekts werden in enger Zusammenarbeit zwischen der Touro University Berlin sowie der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz an insgesamt acht KZ-Gedenkstätten und NS-Erinnerungsorten Interviews mit den Leitungen und dem dort tätigen didaktischen Personal durchgeführt. Ergänzt werden diese durch Gruppendiskussionen mit freiberuflich beschäftigten Guides. Es wird danach gefragt, ob und wenn ja auf welche Weise israelbezogener Antisemitismus seit dem Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und dem darauffolgenden Krieg in Gaza die Gedenkstättenarbeit beeinflusst.
Das Projekt an der Touro University fokussiert mit einer Tagung zu Projektbeginn sowie der Konzeption und Publikation einer Studie auf die wissenschaftliche Analyse und Auseinandersetzung. Gemeinsam mit Praxispartner:innen aus den Gedenkstätten und der antisemitismuskritischen Bildungsarbeit wird im letzten Projektjahr – basierend auf den Forschungsergebnissen und Diskussionen während der Projektlaufzeit - eine Handreichung entwickelt, die es den Gedenkstätten in Zukunft ermöglichen soll, israelbezogenen Antisemitismus zu erkennen und ihm wirksam entgegenzutreten.
Pädagogische Praxis an Gedenkstätten nach dem 7. Oktober 2023
Neue didaktische Konzepte für den Umgang mit israelbezogenem Antisemitismus an deutschen Gedenkstätten
Im Rahmen des Projekts werden in enger Zusammenarbeit zwischen der Touro University Berlin sowie der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz an insgesamt acht KZ-Gedenkstätten und NS-Erinnerungsorten Interviews mit den Leitungen und dem dort tätigen didaktischen Personal durchgeführt. Ergänzt werden diese durch Gruppendiskussionen mit freiberuflich beschäftigten Guides. Es wird danach gefragt, ob und wenn ja auf welche Weise israelbezogener Antisemitismus seit dem Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und dem darauffolgenden Krieg in Gaza die Gedenkstättenarbeit beeinflusst.
Das Projekt an der GHWK legt einen Fokus auf die Entwicklung didaktischer Konzepte. Gemeinsam mit Praxispartner:innen aus den Gedenkstätten und der antisemitismuskritischen Bildungsarbeit wird im letzten Projektjahr – basierend auf den Forschungsergebnissen und Diskussionen während der Projektlaufzeit - eine Handreichung entwickelt, die es den Gedenkstätten in Zukunft ermöglichen soll, israelbezogenen Antisemitismus zu erkennen und ihm wirksam entgegenzutreten.
- Dr. Dagmar Lieske (Projektleitung, Touro University Berlin)
- Prof. Dr. Stephan Lehnstaedt (Touro University Berlin)
- Dr. Linda Giesel (Haus der Wannseekonferenz)
- Prof. Dr. Julia König (Bergische Universität Wuppertal)
Kontakt
Dr. Dagmar Lieske
Touro University Berlin. A Campus of Touro University New York
Dr. Linda Giesel
Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz